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Performance 28 (2021) ODEM II Material: Körper, Faltkarton, 5l Farbe aus Buchenasche, Teichvlies,

Nautikeimer, Teichfolie I Dauer: 3 Stunden I Ort: Genezarethkirche am Herrfurthplatz, Berlin

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Videostills aus Dokumentation von ODEM II

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Fotodokumentation von ODEM I - Performance 25 (2020)

in der Gusta Adolf-Kirche, Berlin-Charlottenburg

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"(...) Sander und Schaal verlebendigen in ihrem asymbiotischen Miteinander

letztlich ihr künstlerisches Schaffen, hauchen ihm gleichsam Atem ein.

ODEM ist daher ein treffender Titel des gemeinsam konzipierten offenen

Arbeitszyklus. Denn Odem, das ist die Luft, der Hauch, der Atem, das Pneuma,

ja das Wesen des Menschen. Dazu in der christlichen Rezeption der

amibivalente Blick auf das Gegenüber, das Fleisch - einerseits Sitz der Triebe,

der Sünde, aber auch Metapher für die ursprüngliche Unschuld, man denke

an „das nackte Fleisch“ von Adam und Eva vor dem Sündenfall.

In diese hermeneutische Tradition hinein spricht Finja Sander mit ihrem Körper -

immer in Anwesenheit der großformatigen Papiertafeln von Daniel M.E. Schaal.

Es ist daher geradezu konsequent, wenn die beiden Künstler*Innen ihre

gemeinsamen Unternehmungen auch in sakralen Räumen, in Kirchen

geschehen lassen. Sicherlich grenzt es für viele Betrachter an Blasphemie, wenn die Künstlerin ihr nacktes Fleisch sogar hier inszeniert. Aber egal wo; es ist immer der

Verzicht auf (Ver-) Kleidung, der den Betrachter unmittelbar mit seinen ganz

eigenen Projektionen konfrontiert. Nichts „Objektives“, sondern allein der

begrenzte Blick jedes Einzelnen durch die Brille der jeweils „erlernten“

sexuellen, sozio-kulturellen, historischen, moralischen Muster spiegelt sich

hier wider. Wer das erkennt, kann frei werden für jenes „Ecce homo! (...)"

Gunder Krüdener-Ackermann über die gemeinsame Arbeit ODEM