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Performance 18 (2019) Material: Körper, 900kg Ton, Holzplattform, Teichfolie,

Baueimer, Wasser I Dauer: insg.12 Stunden I Ort: Rundgang, Universität der Künste Berlin

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Sanders unbekleideter Körper in Interaktion mit der Tonmasse, erzeugt erstaunlich viele Bilder – Assoziationen, Referenzpunkte und Projektionsflächen. Selten eröffnet eine Performance, so reduziert sie auch sein mag – oder vielleicht gerade deshalb – so viele Denkräume.

 

Der weibliche Körper in der Kunst: Viel zu lange auf sein einziges Dasein als Ideal und Muse reduziert, ist es höchste Zeit, für eine Wiederaneignung durch Künstlerinnen, die mit dem singulären Ideal von Schönheit brechen und ihn als das zeigen was er tatsächlich ist: Ein Werkzeug, das arbeitet, sich anstrengt, schwitzt, friert, hinfällt, aufsteht. Ein Körper, der eine Form der Resonanz sucht, die sich nicht durch Blicke, Bewertung und Abgleich mit gesellschaftlichen Idealen definiert. Ein Körper, der Resonanz sucht, durcdas Material, was ihn umgibt, seine Umgebung und allem voran Widerstand. Ein Widerstand der schmerzvoll ist, manchmal Spuren hinterlässt. Dem zuzusehen ist auch für die Betrachter:innen schmerzvoll und herausfordernd.

 

Dass wir vergessen diese Auseinandersetzung als Urform unseres menschlichen Daseins zu akzeptieren, ist vielleicht der Tatsache geschuldet, dass wir uns in Zeiten virtueller Realitäten und Metaversum allzu gern von künstlichen Vorstellungen  wie müheloser Schönheit, konstanter Happiness und vermeintlich selbstverständlichem Erfolg ablenken lassen.

 

Reduziert auf sein bloßes Dasein, wird Sanders Körper in ihren Performances zum Objekt, das sich intuitiv mit der vorgefundenen Situation, dem ihm umgebenen Material gleichstellt, sich gleichermaßen davon abhängig macht und sich daran abarbeitet.

 

Sanders Performances und Relikte beschreiben unsere Beziehung zur Welt, den Wunsch nach tatsächlicher und intuitiver Auseinandersetzung mit dem, was uns umgibt. Ein Verbundensein, das ebenso schmerzvoll wie auch erfüllend sein kann.      

 

Miriam Schwarz, Galerie Burster Berlin